frohlawi.de

Was ist SoLaWi?

Lokale Kooperation

„ … mehrere private Haushalte (tragen) die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger*innen als auch die Verbraucher*innen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft.“

Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ist eine Wirtschaftsgemeinschaft aus Erzeuger*innen und Verbraucher*innen. Die Verbrauchergemeinschaft zahlt einen vorher transparent berechneten festgelegten Betrag monatlich an den Landwirt/ die Landwirtin und erhält regelmäßig Ernteanteile. Somit wird der Preis vom einzelnen Lebensmittel getrennt und eine Landwirtschaft ohne ständigen Wettbewerbsdruck des Marktpreises ist möglich. Die Verbraucher*innen sichern die Existenz des Landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten regelmäßig frisch geerntetes regionales Gemüse.

„Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück. “

Das Solidarische Konzept der FrohLaWi

 

Unsere Solidarische Landwirtschaft soll nach dem Prinzip einer Genossenschaft organisiert sein, d.h. die Verbraucher*innen sind als Mitglieder der FrohLaWi zugleich ihre Eigentümer*innen und besitzen Mitbestimmungsrechte. Als Mitglied stehen Sie in engem Kontakt mit dem Landwirt / der Landwirtin und werden über Vorgänge in der FrohLaWi in einem monatlichen Newsletter informiert. Anders als im Supermarkt weiß jede*r genau, unter welchen Bedingungen angebaut wird und warum es in einem Monat vielleicht weniger Kartoffeln und dafür mehr Salat gibt. Außerdem bestimmen Sie mit, welche Sorten angebaut werden, worin investiert wird und wie sich die FrohLaWi entwickeln soll. Somit wird die Landwirtschaft und die Herkunft der Lebensmittel den Verbrauchern wieder näher gebracht.

Die Ernteanteile werden in Gemüsekisten zu den Verbraucher*innen geliefert oder      von ihnen abgeholt. Sie erhalten je nach Abo regelmäßig eine gewünschte Menge an frisch geerntetem regionalem und saisonalem Gemüse. Je nach Saison werden auch Obst und verschiedene Kräuter in der Gemüsekiste geliefert. 

Das Gemüse wird vegan (d.h. ohne tierischen Dünger), biologisch und umweltschonend angebaut. Nur eine Hälfte des Feldes wird zur Nahrungsmittelproduktion genutzt, die andere soll der Natur überlassen werden, um die Biodiversität und die ökologischen Funktionen zu fördern. Eine ökologische Landwirtschaft bedeutet für uns, dass wir mit der Natur zusammenarbeiten wollen, also ein gesundes Nützlings/Schädlingsverhältnis schaffen wollen, sodass wir auf große Maschinen, Gifte wie Insektizide, Pestizide sowie auf synthetischen Dünger verzichten und Böden nicht degradiert, sondern aufgebaut werden. Eine biodiverse Landwirtschaft kann viele positive Effekte auf die Bewirtschaftung sowie für die gesamte Umgebung haben, daher haben wir uns im gesamten Kurs mit verschieden Konzepten wie z.B. der Permakultur, Market Gardening und Small Scale Farming befasst. Inhalte sind unter anderem, wie Schädlingsbefall durch gute Fruchtfolgen und Mischkulturen vermieden werden können, wie Düngung in der biologischen Landwirtschaft (Gründüngung, Zwischenfrüchte) funktioniert, woher wir unseren Kompost beziehen und wie langfristig Nährstoffkreisläufe geschlossen werden können.

 

Die FrohLaWi kommuniziert transparent die benötigten Kosten, die dann fair unter den Mitgliedern aufgeteilt werden. Fair kann hierbei bedeuten, dass jede*r denselben Betrag zahlt, oder die individuellen Beiträge über Bieterrunden bestimmt werden. Damit wird gesichert, dass die Verbrauchergemeinschaft insgesamt genug zahlt, um die Kosten zu decken. Gleichzeitig ermöglichen die Bieterrunden auch Mitglieder mit geringerem Einkommen die Chance, einen niedrigeren Betrag zu zahlen, der über die Gemeinschaft ausgeglichen wird. Die Landwirt*innen erhalten dadurch ein gesichertes Einkommen und mögliche Risiken werden von der gesamten Gruppe getragen. Hierbei spielt Partizipation der Mitglieder eine große Rolle. Damit die FrohLaWi nach der Vorstellung der Mitglieder wachsen kann und nicht nur einige Wenige Entscheidungen treffen sondern alle mit dem Konzept einverstanden sind, ist es ein wichtiger Aspekt der solidarischen Landwirtschaft, dass jeder seine eigenen Ideen einbringen kann. So unterstützen sich alle in der Gemeinschaft gegenseitig und jede*r kann zu einer gerechten, sozialen und ökologischen Gesellschaft beitragen.

Auch Ernährungsbildung ist auf der FrohLaWi möglich: Durch freiwillige Mitarbeit auf dem Acker oder bei Besichtigungen und Workshops können Kindern schon im frühen Alter erfahren, wie und wo Obst und Gemüse wächst, wie die Pflanzen aussehen und welche Probleme oder Vorteile Schädlinge und Nützlinge bringen können.

 

Solidarisch ist für uns…

– Erzeuger und Verbraucher begegnen sich auf Augenhöhe

– Jede*r kann unabhängig vom Einkommen Mitglied werden

– Fairness gegenüber allen Menschen

– Risiken werden von allen gemeinsam getragen

– Vorteile werden von allen gemeinsam genossen

– Verantwortungsvoller Umgang mit Naturhaushalt und Tierwelt

– Erhalt der Ökosysteme und Schließen von Nährstoffkreisläufen, um künftigen Generationen Ernährungssicherheit bieten zu können